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Kultur und Geschichte Griechenlands:


Der Einfluss der altgriechischen Kultur auf Europa ist groß. Griechische Künstler und Wissenschaftler waren es, die das Altertum und die Antike prägten. Durch die Kolonisation des Mittelmeerraums und der Ausdehnung des griechisch geprägten Römischen Reiches verbreitete sich die Kultur und das Wissen der Griechen über weite Teile Europas.

Während sich die westliche Kultur auf der Grundlage der griechischen Antike entwickelte, stand Griechenland selbst unter dem Einfluss der Großmacht Byzanz. Während der türkischen Besatzung fiel das Land in einen 400-jährigen Schlaf und verpasste Renaissance und Reformation, Aufklärung und industrielle Revolution.

In der Bronzezeit entwickelten sich drei verschiedene Kulturen auf dem Gebiet des heutigen Griechenland: die minoische, die mykenische und die nicht sehr bedeutende kykladische.

Die Archaische Zeit (ab 1200 v. Chr.) begann mit dem Niedergang der mykenischen Kultur. Es bildeten sich Stadtstaaten und zahlreiche griechische Kolonien.

Die Klassische Zeit (ab 500 v. Chr.) war der Höhepunkt der griechischen Kultur. Sophokles, Sokrates, Platon und Aristoteles lebten in dieser Epoche. Die Stadtstaaten bekriegten sich untereinander und wurden schließlich von Philipp von Makedonien erobert.

In der Hellenistischen Zeit ( ab 300 v. Chr.) verbreitete sich unter Alexander dem Großen die griechische Sprache, Religion und Kultur.

Während der Römischen Herrschaft (ab 100 v. Chr.) entwickelte sich Griechenland zu einem kulturellen Zentrum.

In der Byzantinischen Zeit (ab 500 n. Chr.) wurde Griechenland orthodox.

Bis auf wenige Inseln und die Halbinsel Mani (mittlerer „Finger“ des Peloponnes) wurde ganz Griechenland von den Osmanen (ab 1500) erobert.

Zu einem ausführlicheren geschichtlichen Überblick geht es hier:

Geschichtlicher Überblick:

3000 v. Chr.: Kreta wird von einem Seefahrervolk besiedelt.

2600 v. Chr.: Auf Kreta entsteht die minoische Kultur.

2000 v. Chr.: Auf dem Peloponnes und in Athen lassen sich die Pelasger nieder. Auf Kreta erlebt die minoische Kultur ihre Blütezeit. Sie beschränkt sich auf die Insel und unternimmt keine Eroberungszüge. Um 1450 v. Chr. geht sie, vermutlich durch die Explosion der Vulkaninsel Thera (Santorin), zugrunde.

1900 v. Chr.: Indogermanische Stämme wandern von Norden her nach Griechenland ein, zunächst die Achäer, dann die Äolier, Ionier und Dorier. Die Achäer begründen die mykenische Kultur und bauen die Burgen von Mykene und Tiryns.

1200 v. Chr.: Trojanischer Krieg, den Homer um 800 v. Chr. in seiner „Ilias“ schildert. Die Dorier dringen nach Süden vor und vernichten die Kulturen der Achäer und Ionier, die ins Gebirge und auf die Inseln flüchten.

1100 v. Chr.: Die Dorier setzen sich auf dem Peloponnes fest. Äolier, Ionier und Achäer verschmelzen mit den Doriern. Auf den Inseln und an der Küste Kleinasiens entstehen zahlreiche Kolonien. Von den Phöniziern übernehmen die Griechen die Schrift und entwickeln ihr Alphabet.

776 v. Chr.: Offizieller Beginn der olympischen Spiele.

545 v. Chr.: Die kleinasiatische Küstenstädte und Inseln werden von den Persern erobert. Damit kommt die griechische Kolonisation zum Stillstand.

490 v. Chr.: Griechenland besiegt die Perser bei Marathon (494), in der Seeschlacht von Salamis (480) und bei Platäa (479), ab 478 v. Chr. sind auch die ionischen Städte und Inseln wieder von den Persern befreit.

477 v. Chr.: Athen gründet zum Schutz gegen die Perser den „Ersten Attischen Seebund“, dem fast alle Inseln beitreten.

446 v. Chr.: Athen und Sparta konkurrieren um die Herrschaft in der hellenistischen Welt. 445 v. Chr. schließt Perikles einen 30-jährigen Waffnstillstand mit Sparta. Neben Persien und Karthago ist Athen die dritte Großmacht im Mittelmeerraum. Athens Blütezeit, das Perikleische Zeitalter, beginnt.

431 v. Chr.: Im Peloponnesischen Krieg kommt es zum Kampf zwischen Athen und Sparta.

413 v. Chr.: Athens Angriff auf Sizilien endet mit der Zerstörung der attischen Flotte bei Syrakus.

405 v. Chr.: Der Spartaner Lysander vernichtet die Reste der Flotte Athens.

404 v. Chr.: Athen kapituliert.

395 v. Chr.: Argos, Athen, Korinth und Theben kämpfen im Korinthischen Krieg gegen die Vorherrschaft Spartas.

377 v. Chr.: Im Zweiten Attischen Seebund schließen sich nahezu alle Inseln mit Athen zusammen, um den Machtansprüchen Spartas ein Ende zu setzen.

371 v. Chr.: Der Thebaner Epaminondas beendet die spartanische Vorherrschaft.

359 v. Chr.: Philipp II. wird König von Makedonien. Er erobert die Halbinsel Chalkidiki, die Inseln Kos und Rhodos, Thessalien, Euböa und Thrakien. In der Schlacht von Chäronia (338 v. Chr.) vernichtet er das athenische und thebanische Heer und wird Herrscher über ganz Griechenland.

336 v. Chr.: Nach der Ermordung Philipps II. wird sein Sohn Alexander zum König ernannt. Als Alexander der Große erobert er Vorderasien, Ägypten und Persien (bis 326 v. Chr.).

323 v. Chr.: Nach Alexanders frühem Tod zerfällt sein Reich in mehrere Diadochenreiche. Um seine Nachfolge entbrennt ein erbitterter Kampf, aber den zerstrittenen Griechen gelingt es nicht, die Situation zu nutzen und ihre Unabhängigkeit zurückzugewinnen. Begünstigt durch den Zerfall der hellenistischen Großstaaten, beginnt der Aufstieg Roms.

200 v. Chr.: Pergamon, Athen und Rhodos bitten Rom um Hilfe gegen die Angriffe Makedoniens.

197 v. Chr.: Makedonien unterliegt dem römischen Konsul Flaminius.

148 v. Chr.: Makedonien und 146 v. Chr. auch das übrige Griechenland werden römische Provinz.

27 v. Chr.: Griechenland wird als Provinz „Achaia“ von Makedonien getrennt.

49 – 58 n. Chr.: Missionsreisen führen den Apostel Paulus nach Saloniki, Korinth und Athen. Griechenland wird Zentrum für die Ausbreitung des Christentums.

267 n. Chr.: Die Goten fallen in Griechenland ein und erobern Athen.

395 n. Chr.: Das Römische Reich wird geteilt. Griechenland ist Teil des Oströmischen (Byzantinischen) Reiches.

6. Jh. n. Chr.: Nachdem in Griechenland Jahrhunderte lang Christen und andere Glaubensgemeinschaften nebeneinander gelebt haben, lässt der byzantinische Kaiser Justinian die letzten nicht-christlichen Tempel schließen.

1203: Die Kreuzfahrer erobern Konstantinopel und gründen das lateinische Kaiserreich. Fränkische Kreuzritter teilen Griechenland unter sich auf. Auf den Inseln herrschen die Venezianer (Naxos, Korfu, Kreta) und später auch die Genuesen (Lesbos).-

1309 – 1522: Der Dodekanes untersteht den Kreuzrittern.

1461: Sechs Jahre nach der Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen wird Griechenland mit Ausnahme der venezianischen Besitzungen Provinz des Osmanischen Reiches.

1669: Als eine der letzten griechischen Inseln kommt Kreta unter Osmanische Herrschaft. Die folgenden Jahrhunderte sind die dunkelsten in der Geschichte Griechenland. Die erdrückende Fremdherrschaft läst das Land veröden.

1814: Beeinflusst durch die Ideen der französischen Revolution wächst der Widerstand gegen die Herrschaft der Türken.

23.03.1821: Der Erzbischof von Patras ruft in den Bergen des Peloponnes bei Kalavrita zum Kampf gegen die Türken auf. Zahlreiche Freiwillige kommen nach Griechenland, um die Griechen zu unterstützen. Auf dem Peloponnes beginnt der Aufstand Fuß zu fassen.

01.01.1822: Den Griechen gelingt die Einnahme von Tripolis (Peloponnes). Daraufhin verkündet der Nationalkongress in Epidauros die Unabhängigkeit des hellenischen Volkes. Sultan Mahmud II. reagiert mit Massenhinrichtungen. Allein im überwiegend von Griechen bewohnten Zypern lässt er die gesamte Geistlichkeit und 500 einflussreiche Zyprioten töten.

1825: Sultan Mahmud II. fordert bei seinem ägyptischen Statthalter Hilfe an. Am 22. Februar 1825 landen 22.000 Mann in Messinien. Innerhalb weniger Monate erobern sie den Peloponnes zurück. Aber Interventionen von Großbritannien, Russland und Franreich bringen langsam die Wende.

20.10.1827: In der Seeschlacht in der Bucht von Navarino (Pilos) unterliegt die osmanisch-ägyptische Flotte den vereinigten französischen, britischen und russischen Schlachtschiffen. Damit ist der Weg für die Unabhängigkeit Griechenlands frei.

03.02.1830: Nach dem Ende des russisch-türkischen Krieges wird Sultan Mahmud II. zum Verzicht auf Griechenland, Epirus, Samos, Chios, Kreta und Zypern gezwungen. Die Schutzmächte Großbritannien, Russland und Frankreich erklären Griechenland zum unabhängigen Erbkönigreich.

1831: Johann Anton Graf Kapodistrias, nach dem Sieg von Navarino zum griechischen Regenten gewählt, wird wegen seines autoritären Führungstils ermordet. Sein Bruder übernimmt die Regierung, doch chaotische innenpolitische Entwicklungen machen das Land nahezu unregierbar.

1832: Die griechische Nationalversammlung wählt den Wittelsbacher Prinz Otto zum König. Das Volk empfindet die Regierung als erneute Fremdherrschaft.

1843: Eine Militärrevolte zwingt König Otto I. zur Einberufung einer Nationalversammlung in Athen.

1844: Otto I. muss eine parlamentarische Verfassung unterzeichnen.

1859: Die Briten blockieren den Hafen Piräus, als König Otto I. die Kontakt zur russische Regierung intensiviert.

24.10.1862: Eine Militärrevolte zwingt König Otto I. abzudanken und das Land zu verlassen.

30.03.1863: Auf Wunsch Großbritanniens wird der Dänenprinz Wilhelm zum König der Hellenen gewählt. Die innenpolitische Lage Griechenlands bleibt unverändert.

1870: Schliemann entdeckt Troja.

1881: Nachdem die Osmanen einen weiteren Krieg gegen Russland verloren haben, muss die Türkei Thessalien und einen Teil von Epirus an Griechenland abtreten.

06.08.1893: Der Isthmus von Korinth wird eröffnet.

05.04.1896: In Athen finden die 1. Olympischen Sommerspiele der Neuzeit statt.

04.12.1897: Kreta erhält das Selbstverwaltungsrecht unter türkischer Oberhoheit zugesprochen.

06.10.1908: Kreta erreicht den Anschluss an Griechenland.

1912: Bulgarien, Serbien, Griechenland und Montenegro gründen den Balkanbund und besiegen die Osmanen. Die Türkei muss in die Abtretung ihres gesamten europäischen Gebietes einwilligen. Die Siegermächte können sich jedoch nicht über die Aufteilung untereinander einigen und es kommt zum 2. Balkankrieg. 1913 greift Bulgarien Serbien und Griechenland an. Rumänien und die Türkei treten gegen Bulgarien in den Krieg ein, das innerhalb kurzer Zeit unterliegt. Griechenland erhält im „Bukarester Frieden“ Kreta, die Inseln vor der kleinasiatischen Küste, Thasos, einen großen Teil von Epirus und einen Teil Makedoniens mit Saloniki und Kavala.

1914: König Konstantin I. gelingt es zunächst, Griechenland aus dem 1. Weltkrieg herauszuhalten.

1915: Gegen die Mehrheit der Bevölkerung veranlasst der griechische Ministerpräsident Venizelos Briten und Franzosen zur Landung in Saloniki und Besetzung Nordgriechenlands. König Konstantin I. enthebt ihn seines Amtes und hält trotz Versprechungen von Frankreich und Großbritannien an seiner Neutralität fest.

1916: In Thessaloniki errichtet Venizelos eine Gegenregierung und erklärt Bulgarien und seinen Verbündeten den Krieg. Frankreich besetzt Piräus und liefert sich Kämpfe mit königstreuen Truppen.

1919: Griechenland erhält in verschiedenen Friedensverträgen neue Gebiete zugesprochen: Südalbanien und ganz Epirus, die bulgarische Ägäisküste, die europäische Türkei, Edirne (Adrianopel), Izmir (Smyrna) und alle ägäischen Inseln außer Rhodos.

1923: Nach einer Niederlage gegen die Türkei am 09.09.1920 muss Griechenland auf Ost-Thrakien und alle Gebiete auf dem Kleinasiatischen Festland wieder verzichten. 1,25 Mio. Griechen müssen Kleinasien verlassen.

25.03.1925: Die Nationalversammlung proklamiert in Athen die Republik. Der griechische König geht nach Rumänien ins Exil.

30.10.1930: Griechenland und Türkei unterzeichnen einen Freundschaftsvertrag.

1941: Deutsch-italienische Truppen besetzen Griechenland.

1945: Griechenland ist Gründungsmitglied der UNO.

1946: In Griechenland kommt es zum Bürgerkrieg zwischen Royalisten und Kommunisten. In einer Volksabstimmung stimmt eine Mehrheit für die Monarchie. König Georg II. kehrt zurück.

1947: Italien gibt die Dodekanes-Inseln (Rhodos) zurück.

1952: Griechenland wird NATO-Mitglied und erhält eine neue Verfassung als konstitutionelle Monarchie.

1967: Das Militär kommt mit einem Putsch dem wahrscheinlichen Wahlsieg der Sozialisten zuvor. Nachdem ein Gegenputsch scheitert, flieht Konstantin II. ins Exil nach Rom.

1972: Massive Unruhen gegen die Militärdiktatur.

1973: Die Militärjunta erklärt Konstantin II. für abgesetzt und proklamiert die präsidiale Republik.

15.07.1974: Die Militärjunta veranlasst die griechisch-zypriotische Nationalgarde zu einem Putsch gegen den zyprischen Präsidenten Erzbischof Makarios III. Nikos Sampson wird zum Staatschef von Zypern ernannt und fordert den Anschluss an Griechenland. Daraufhin landen am 20.07.1974 türkische Truppen auf Zypern und besetzen den Nordteil.

25.07.1974: Die Zypernkrise führt zum Sturz des Militärregimes.

Dez. 1974: 70 % der Griechen stimmen bei einer Volksbefragung für die präsidiale Republik. Michael Stasinopoulos wird Staatspräsident.

01.01.1981: Griechenland wird 10. Vollmitglied der EG.

1994: Auf die internationale Anerkennung der „Ehemaligen jugoslawischen Republik Makedonien“ reagiert Griechenland mit der Drohung seine Nordgrenze zu schließen und verhängt Wirtschaftsanktionen gegen seinen nördlichen Nachbarn. Griechenland fordert von Makedonien die Tilgung des Namensbestandteils „Makedonien“ und den Verzicht auf den „Stern von Vergina“ in der Landesflagge, dem Emblem Alexander des Großen.

1995: Durch Vermittlung der USA normalisiert sich die Lage zwischen Griechenland und Makedonien.

1999: Wegen der pro-serbischen und antiamerikanischen Stimmung der Bevölkerung beteiligt sich Griechenland nicht an den NATO-Angriffen auf Serbien, stellt aber den Hafen Thessaloniki zur Verfügung. Es kommt zu zahlreichen Demonstrationen gegen die NATO.

2002: Einführung des Euros als offizielles Zahlungsmittel.

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